Der Gebrauchtkauf eines Motorrads: Worauf ist zu achten?

 

Seit der Einführung der Sachmängelhaftung gilt die alte Regel „gekauft wie gesehen“ im Handel mit gebrauchten Motorrädern nicht mehr.

Da die Bezahlung des Fahrzeugs in bar allerdings immer noch gang und gäbe ist, sollten beim Kauf eines gebrauchten Motorrades einige Regeln beachtet werden. Sollten nämlich nachträglich Mängel an der Maschine auftreten oder bekannt werden, kann die Rückabwicklung des Motorradkaufs bzw. eine Minderung des Kaufpreises kompliziert werden.

Zwar hat der Käufer das Recht auf seiner Seite, doch das Problem ist, dass der Verkäufer das Geld bereits erhalten hat. Da eine Rückabwicklung eher die Ausnahme bleibt, ist es wahrscheinlich, dass der Verkäufer das Geld bereits ausgegeben hat.

Im schlimmsten Fall bleibt dem unglücklichen Motorradbesitzer nur der Klageweg, der mit hohen zusätzlichen Kosten für beide Seiten verbunden ist.

Wer unnötigen Ärger vermeiden möchte, sollte sich die alte Regel „gekauft wie gesehen“ zu Herzen nehmen. Jedes gebrauchte Fahrzeug muss während der Besichtigung gründlich überprüft werden.

Eine Checkliste kann dabei helfen, alle wichtigen Punkte zu beachten. Besser wäre natürlich die gründliche Kontrolle in einer Motorradwerkstatt, allerdings ist nicht jeder Verkäufer damit einverstanden.

Die Kosten hierfür fallen zudem zulasten des potenziellen Käufers.

Mit der Checkliste lassen sich dennoch viele wichtige Punkte prüfen, die im Laufe der Verhandlungen gern vergessen werden. Zusätzlich sollte jeder Interessent wissen, dass der Verkäufer rechtlich dazu verpflichtet ist, ihm ungefragt über alle Schäden am Motorrad Auskunft zu geben. Für bereits reparierte Mängel gilt dies ebenfalls.

Vor der Besichtigung sollte der Verkäufer gebeten werden, das Motorrad nicht warm zu fahren, damit das Kaltstartverhalten überprüft werden kann. Eine Taschenlampe und die folgende Checkliste sollten ebenfalls mit zum Termin gebracht werden:


Motorradgebrauchtkauf:

Vor der Probefahrt
 


1. Bordwerkzeug sowie die serienmäßige Ausstattung vollständig?


2. Sind alle Schlüssel vorhanden?


3. Funktionieren alle Lichter und Blinker ordnungsgemäß?


4. Ist der Tank frei von Rost?


5. Sind die Pole der Batterie sauber? Wie alt ist die Batterie?


6. Beträgt die Profiltiefe der Reifen mindestens 1,6 mm? Wie alt sind sie?


7. Sind die Bremsscheiben glatt und ohne Reifen?

 
8. Funktioniert die Rückstellfunktion der Bremshebel einwandfrei?


9. Die Bremsleitungen müssen frei von Lecks sein.


10. Wurde eine Tuning-Auspuffanlage verbaut? Ist eine  EG-Betriebserlaubnis vorhanden?


11. Die Kettenspannung und den Zustand des Kettenrads beachten (Zähne abgerundet)


12. Das Lenkkopflager durch Rütteln am Lenker, bei festgehaltener Handbremse, auf Spiel prüfen.


13. Das Lagerspiel der Räder bei aufgebockter Maschine durch Wackeln prüfen.

14. Wurden Umbauten vorgenommen oder Teile verbaut, welche nicht der StVZO entsprechen bzw. eintragungspflichtig sind? Ist evtl. eine ABE vorhanden?

Denn hierbei haftet nicht nur der Halter, sondern auch der Fahrer!

 

 

Motorradgebrauchtkauf:

hrend der Probefahrt

 

 

15. Natürlich gilt auch bei Probefahrten stets Helmpflicht! Bei Anschaffung des ersten eigenen Motorrades gleich einen Helm dazu kaufen, statt die eigene Gesundheit zu riskieren.


16. Vibrieren die Armaturen bei der Beschleunigung übermäßig? Der Verkäufer muss Aufschluss über die Ursache geben.


17. Läuft die Maschine sauber geradeaus? Andernfalls kann ein Rahmenschaden die Ursache für Abweichungen sein.


18. Sirrt das Motorrad während der Fahrt? Oft sind abgenutzte Ritzel und Kettenräder schuld.


19. Eine verstellte Steuerkette hingegen verursacht rasselnde Geräusche.


20. Rutscht die Kupplung in den hohen Gängen? Dann müssen die Kupplungsbeläge erneuert oder die Kupplung neu eingestellt werden.


21. Dringt blauer Rauch aus der Auspuffanlage? Abgeschliffene Kolbenringe oder verschmutzte Ventilschafdichtungen können verantwortlich sein.
 

 


Fazit: Überzeugt das Motorrad?
 


Konnte das gebrauchte Motorrad in allen 21 Punkten überzeugen?

Dann ist der Kauf wahrscheinlich ein gutes Geschäft.

Allerdings benötigt es etwas Fachkenntnis, um die potenziellen Schwachstellen eines Zweirads wirklich zu erkennen.

Daher sollte im Idealfall ein kundiger Kollege oder Freund mit zur Besichtigung genommen werden.

Im Zweifelsfall ist so auch ein Zeuge anwesend.

 


 

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